Fertigbeton im Sack lagern, um seine Eigenschaften zu bewahren
Fertigbeton im Sack lagern – wozu und wie? Bau- bzw. Ausbauarbeiten gehen oft mit der Notwendigkeit einher, Materialien auf Vorrat zu kaufen. Während es bei einigen Produkten keinerlei Zweifel darüber gibt, wie man sie lagern sollte, können bei anderen durchaus Fragen entstehen. Zu der zweiten Kategorie zählen Betonmischungen. Wie sollte man also Fertigbeton lagern, damit er seine Qualität nicht verliert? Wie kann man ihn schützen? Wie lange ist Beton haltbar? Im weiteren versuchen wir, diese Fragen zu beantworten.
Was sind Fertigbetonmischungen?
Wenn Sie nicht zum ersten Mal auf unserer Webseite sind, kennen Sie die Antwort wahrscheinlich. Falls nicht, erläutern wir den Begriff kurz.
Unter Fertigbetonmischungen versteht man eine Kombination aus trockenen Bestandteilen wie Zement, Sand, Gesteinskörnung und gegebenenfalls Zusatzstoffen in Säcken. Durch die Zugabe einer bestimmten Menge Wasser entsteht eine Betonmischung mit bestimmten vorteilhaften Eigenschaften. Diese Mischungen liegen in pulverförmiger Form vor und sind in großen Säcken (aus Papier oder Kunststoff) verpackt, wodurch man sie leicht transportieren, bewegen und auflagern kann.
Diese Lösung ist besonders praktisch, da sie präzises Abmessen einzelner Komponenten direkt auf der Baustelle überflüssig macht.
Warum ist die richtige Lagerung von Beton so wichtig?
Die Antwort ist ganz einfach: die korrekte Lagerung von Trockenbeton ist entscheidend, um seine Eigenschaften zu bewahren. Beton ist ein Baustoff, der, wenn nicht entsprechend geschützt, ziemlich empfindlich auf äußere Einflüsse reagieren kann.
In erster Linie geht es dabei um Feuchtigkeit und extreme Temperaturen. Schon eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme kann den Hydratationsprozess des Zements in Gang setzen und damit die Mischung unbrauchbar machen. Daher ist es essenziell, genau zu wissen, wie und wo man Beton in Säcken lagern sollte, um seine Qualität zu erhalten.
Was passiert, wenn man Beton nicht richtig lagert?
Die Auflagerung von Fertigbeton im Sack soll den Bauprozess erleichtern und eine schnelle Verarbeitung ermöglichen. Damit dies gewährleistet ist, sind jedoch die richtigen Lager- und Transportbedingungen sicherzustellen. Im Fall einer unsachgemäßen Lagerung der Mischung kann es beispielsweise zu einem Verlust der Bindefähigkeit des Zements kommen.
Zement ist ein hygroskopischer Stoff, d.h. er nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebung sehr schnell auf. Setzt man Trockenbeton in Säcken Feuchtigkeit aus – sei es durch eine unzureichende Verpackung oder Lagerung in feuchten Räumen – beginnt der Zement vorzeitig mit Wasser zu reagieren. Diesen Vorgang bezeichnet man als Hydratationsprozess, der dazu führen kann, dass der Zement bereits vor der eigentlichen Verarbeitung aushärtet.
Welche Folgen hat das? Leider ganz negativer. Der Beton verliert seine Fähigkeit, nach dem Anmischen mit Wasser vollständig auszuhärten. Das Resultat ist eine reduzierte Festigkeit des fertigen Betons oder im schlimmsten Fall eine völlig unbrauchbare Mischung.
Verklumpung der Betonmischung
Ein weiteres Problem kann die Verklumpung der trockenen Betonmischung in Säcken sein. Wenn sich die Bestandteile miteinander verbinden, verliert die Mischung ihre werkseitige Homogenität. Dies wirkt sich direkt auf die gleichmäßige Verteilung des Zements im Beton aus, insbesondere während der Verarbeitung auf der Oberfläche. Darüber hinaus können gewisse Bereiche entstehen, in denen der Beton nicht die erforderliche Festigkeit erreicht. Die Verwendung eines solchen Betons kann insbesondere dort riskant sein, wo man mit tragenden Konstruktionen zu tun hat.
Verklumpung erschwert außerdem den Misch- und Anwendungsprozess, verlängert die Arbeitszeit und verringert die Qualität der Verarbeitung. Dies ist ein völlig unnötiges Problem, das man durch eine sachgemäße Lagerung der Betonmischung vermeiden kann.
Verschlechterung der Festigkeitseigenschaften des Betons
Die richtige Lagerung von Säcken mit Trockenbeton ist auch für die Festigkeit der endgültigen Konstruktion entscheidend. Es steht außer Frage, dass technische Eigenschaften einer durch Feuchtigkeit beschädigten Mischung verändert bleiben. Selbst wenn es gelingt, sie mit Wasser zu einer relativ homogenen Masse zu vermengen, sind die mechanischen Parameter des Betons im Endresultat deutlich schlechter. Dies führt zu einer geringeren Haltbarkeit der Konstruktion, größeren Rissanfälligkeit sowie einem höheren Risiko von Schäden unter Belastung. Dies kann nicht nur teure Reparaturen verursachen, sondern in extremen Fällen sogar die Sicherheit der Nutzer des Gebäudes gefährden.
Finanzielle und ökologische Verluste
Minderwertiger Beton bildet ein großes Risiko. Es kann sich herausstellen, dass er unbrauchbar ist oder dass man ihn später reparieren muss. Im schlimmsten Fall kann es zu strukturellen Schäden kommen, was mit erheblichen Kosten verbunden ist. Deshalb ist es besser, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und den Beton bereits während der Lagerung richtig zu schützen und bei schlechten Bedingungen gegebenenfalls zu entsorgen oder anderweitig zu verwenden, z. B. als Unterbaumaterial.
Die Entsorgung von Fertigbeton hat auch eine umweltrelevante Dimension. Beschädigter Beton muss entsorgt werden, was zur Zunahme von Bauabfällen beiträgt. Langfristig führt eine erhöhte Betonproduktion mit dem Ziel, Materialverlusten zu kompensieren, zu einer negativen Umweltbilanz. Besonders folgenschwer ist es aufgrund der CO₂-Emissionen bei der Herstellung von Zement, einem der Hauptbestandteile von Beton.
Die Lagerung von Fertigbeton im Sack – optimale Bedingungen
Um Fertigbetonmischungen unter idealen Bedingungen aufzulagern, sollte man einige wesentliche Faktoren berücksichtigen. Unsachgemäße Lagerung, insbesondere in Bezug auf Feuchtigkeit oder extreme Temperaturen, kann die Mischung beschädigen und nutzlos machen.
Erstens: den richtigen Feuchtigkeitsgehalt gewährleisten
Betonmischungen sind an einem trockenen, geschlossenen Ort mit möglichst stabiler Temperatur zu lagern. Die optimale Lagertemperatur liegt zwischen 5 und 30 °C. Besonders problematisch für trockene Betonmischungen in Papiersäcken sind plötzliche Temperaturschwankungen, die zur Bildung von Kondenswasser führen können. Der Lagerraum sollte daher trocken sein, und die Luftfeuchtigkeit sollte 60 % nicht überschreiten. Da Beton Feuchtigkeit leicht aufnimmt, ist es wichtig, diese möglichst zu vermeiden. Idealerweise sollte der Lagerraum gut belüftet sein, um Kondensation zu verhindern, die sich auf den Säcken niederschlagen könnte. Bei großen Bauprojekten, wo Beton in großen Mengen gelagert wird, kann der Einsatz von Luftentfeuchtern sinnvoll sein, um eine optimale Luftfeuchtigkeit sicherzustellen.
Zweitens: lieber im Innenbereich
Im Idealfall sollte man Beton und Mörtel innerhalb von Gebäuden, am besten unter einem stabilen Dach, lagern. Geeignete Lagerorte sind Lagerhallen, Schuppen, Scheunen oder andere überdachte Hallen. Hauptsache, sie sind vor den bereits erwähnten Witterungseinflüssen geschützt. Die Lagerung von Fertigbeton im Freien ohne ausreichenden Schutz erhöht das Risiko der Durchfeuchtung ganz erheblich. Darüber hinaus kann dies die Säcke schwächen, was nicht selten zu mechanischen Schäden führt.
Eine ausreichende Belüftung ist ebenfalls essenziell. Die Luftzirkulation rund um die Betonsäcke sollte gewährleistet sein, um Kondenswasserbildung zu vermeiden. Außerdem sollte man Betonsäcke selbst bei Innenlagerung nicht direkter Sonneneinstrahlung nicht aussetzen.
Drittens: das Stapeln der Betonsäcke im Lager
Die Lagerung von Säcken mag einfach erscheinen, dennoch gibt es einige wichtige Regeln zu beachten. Betonsäcke sollten niemals direkt auf dem Boden liegen. Idealerweise stapelt man sie auf Paletten, um den direkten Kontakt mit dem Untergrund zu vermeiden. Dieser könnte sich negativ auf das Material im Inneren der Säcke auswirken.
Zudem ist eine zu hohe Stapelung zu vermeiden. Ein zu hoher Stapel erhöht nämlich das Risiko des Umfallens, was nicht nur Verpackungsschäden verursachen, sondern auch dazu führen kann, dass sich die Mischung auf dem Boden verteilt.
Zusätzlichen Schutz bieten Abdeckfolien oder Planen, die die Säcke vor Staub und unerwünschten Umwelteinflüssen schützen.
Viertens: Schutz vor Schädlingen
Bleiben Betonsäcke oder Mörtelmischungen an Orten wie Schuppen, Scheunen, Lagerräumen, Garagen oder anderen Außenlagern aufbewahrt, muss auch ein Schutz vor potenziellen Schädlingen gewährleistet sein. In erster Linie geht es dabei um Nagetiere sowie einige Insekten. Beschädigte Säcke können zur Verschüttung der Mischung führen, was nicht nur Materialverlust und zusätzliche Kosten verursacht, sondern auch die genaue Dosierung der fehlenden Bestandteile erschwert.
Wie lange darf man Beton im Sack lagern?
Die Faustregel lautet: je kürzer, desto besser. Fertigbetonmischungen in Säcken lassen sich unter optimalen Bedingungen zwischen 6 und 12 Monaten lagern. Allerdings hängt die genaue Haltbarkeit von mehreren Faktoren ab. Die Betonmischungen von PROMOTOR sollten Sie idealerweise innerhalb von 6 Monaten verbrauchen. Somit stellen Sie sicher, dass die vom Hersteller garantierten Eigenschaften vollständig erhalten bleiben.
